Toxocara "The Great Rebellious"
 
Tracklist:
01. Godking
02. The Connate Conflict
03. Wake Of The Controversy
04. U-48 (Dive Of Death)
05. Among Amon
06. Fusillade The Coalescent
07. The Stories Of The Palatinian Succession
08. Maenadic Mausoleum

Release: 2008
Genre: Death Metal
URL: www.toxocara.com
Label: www.twilight-vertrieb.de


Na toll, jetzt haben wir die Scheiße! Hätten wir alle nur nicht so viele dumme Hollandwitze gerissen. Frau Antje aus dem benachbarten Tulpen -und Käseland ist nun nämlich mächtig sauer und schickt deshalb zum zweiten Mal ihren Todestrupp Toxocara in einen Krieg, bei dem der Sieger von Anfang an schon feststeht. Mit "The Great Rebellious" geht man nun also nach guten 3 Jahren wieder bis an die Zähne bewaffnet direkt an die Front. Mit insgesamt 8 Tracks kann das neueste Werk dieses Quintetts aufwarten und ich kann euch allen schon an dieser Stelle sagen, dass wirklich jeder dieser Tracks einfach nur mächtig Arschtritte verteilt. Die meiste Zeit über gibt es recht flotten Death Metal um die Ohren geballert der hin und wieder von einigen schleppenden Passagen abgewechselt wird sowie durch diverse Sampels aus Kriegsfilmen und Ähnlichem aufgelockert wird. Ein Vergleich zu den ebenfalls aus Holland stammenden Houwitser lässt sich durchaus ziehen, haben doch beide Bands eine starke Vorliebe für alles was direkt oder indirekt mit dem Thema Krieg zu tun hat. Auch ist das Tempo beider Bands oftmals auf einem gleichen Level anzusiedeln. Was Toxocara jedoch deutlich von Houwitser unterscheidet ist die Tatsache, dass man hier ausschließlich das Thema Krieg behandelt während die holländischen Kollegen auch auf Gore Lyrics setzen. Jeder der 8 Tracks auf "The Great Rebellious" behandelt ein anderes Thema des Krieges. Egal ob über die Schönheit einer Bombe in "Wake Of The Controversy" philosophiert oder in "U-48" eine Ode an den schwimmenden Tod abgehalten wird, die Ideen scheinen dieser Band so schnell nicht aus zu gehen. Die Drums stehen dabei die ganze Zeit auf Sturm und ballern mit der Geschwindigkeit einer Maschinengewehrs eine tödliche Salve nach der anderen in den Gehörgang des Hörers während sich die Gitarren und der Bass einem Bajonett gleich tief in das Fleisch schneiden und für starken Blutverlust sorgen bis nach guten 38 Minuten endgültig der Exitus eingetreten ist. Sänger Kevin Quilligan begleitet das blutige Schlachtfest mit brutalen Growls, die hier und da auch schon etwas Gutturales an sich haben und perfekt zum Rest passen wie eine Kugel im Kopf. Zwar beschreibt das neue Label Twilight Vertrieb die Band als eine technische Band mit deftigem Oldschool Einschlag, jedoch ist von beidem nur recht wenig bis gar nichts vorhanden. Zwar gibt es hier und da ein paar nette Passagen, die etwas technische Raffinesse aufblitzen lassen, vergleicht man dies aber mit wirklichen Technikern wie Brain Drill oder Nile kann man sagen, dass es sich bei "The Great Rebellious" um ein Album handelt, dass mehr von seiner Aggressivität als von technischen Glanzleistungen lebt. Einen großen Oldschool Einschlag konnte ich hier jetzt nicht wirklich feststellen, aber das lässt Toxocara's neuestes Werk keineswegs schlechter darstehen. Was man der Band auch hoch anrechnen muss ist wie sie ihr aktuelles Werk verpackt haben. Angesichts der Kriegsthematik hätte man durchaus auch auf ein typisches Gore Motiv mit verstümmelten, erschossenen oder zerbombten Leichen nehmen können. Stattdessen hat man sich für ein edles weißes Layout entschieden, welches mit Patronenhülsen und rostartigen rotbräunlichen Elementen verziert wurde (inklusive Lyrics und Bandfoto), was meiner Meinung nach eine Menge her macht und eine willkommene Alternative zu den ansonsten teilweise uninteressant wirkenden Artworks darstellt. Es hat schon fast etwas Künstlerisches an sich. Man kann im Endeffekt sagen das sich die Käskoppe im Vergleich zum Vorgänger noch mal eine Nummer steigern konnten und zwar in nahezu allen Punkten. "The Great Rebellious" ist aggressiver, hat eine bessere Produktion und wartet mit einem coolen Layout auf. Jeder, der für guten aggressiv eingeprügelten Death Metal auch nur ein wenig übrig hat, kann und darf sich dieses Album einfach nicht entgehen lassen, denn es schlägt ein wie die mächtige Atombombe in Hiroshima, und genau wie einst diese vernichtende Waffe wird auch das aktuellste Werk von Toxocara noch für lange Zeit Spuren hinterlassen.
 
 
Bewertung: 87 % | von ScYthe | Datum: 20.01.08 | Zeit: 23:50 schließen