Syphilic "Erotishock Therapy"
 
Tracklist:
01. Fuck Protest
02. Back Agne Buffet
03. Iceman
04. Mother Daughter Bonding
05. Green Seed
06. BTK
07. Nursing Home Kneebash
08. Prog
09. Toilet Water Island
10. Family Ties
11. Urineat
12. Play Catch, You Loose

Release: 2007
Genre: Brutal Death Metal
URL: www.myspace.com/syphilic
Label: www.cephalic-records.wz.cz


Was macht man, wenn man in 2 Bands als Sänger tätig ist, einen diese Tätigkeit aber nicht ausfüllt? Richtig, man lässt ein drittes Projekt entstehen, notfalls komplett im Alleingang. Das dachte sich wohl auch Brian Forgue (Mutilated, Gutrot), als er unter Beihilfe von Alkohol sein neues Projekt Syphilic ins Leben gerufen hatte. Zuerst nur auf CD-R mit ausgedrucktem Cover sowie einer kurzen Danksagung versehen kam dann später eine frisch gepresste Version des ersten Albums "Erotishock Therapy" zu mir geflogen. Und man muss schon sagen, für ein 1 Mann Projekt ist das Ganze mehr als nur zufriedenstellend ausgefallen. Das fängt schon einmal bei dem sehr gut aussehendem Cover und dem dazu passenden Layout an, welches sich über ein mehrere Seiten dickes Booklet erstreckt. Ob das alles schon in Zusammenarbeit mit dem im Booklet erwähntem Label Cephalic Records entstanden ist kann ich nicht genau sagen, einen professionellen Eindruck macht es aber allemal. Doch beim Artwork und dem Layout ist noch lange nicht Schluss. Die brutale Musik die man auf "Erotishock Therapy" vorfindet setzt nochmal locker einen oben drauf. Im direkten Vergleich mit Brians anderen beiden Bands schlägt Syphilic einen deutlich progressiveren Weg ein und unterscheidet sich alleine dadurch schon einmal stark von anderen typischen brutalen US Bands. Unglaublich stark variierende Riffs mit teilweise fast schon chaotisch wirkenden Breaks werden mit der typischen Härte des Brutal Death und den dazu passenden Kotzgesängen vermischt und lassen so ein für Brutal Death Metal Verhältnisse total untypisches Album entstehen. Hier bekommt man echt die komplette Palette an verschiedensten Riffs geboten, welche von einem seht gut programmierten Drumcomputer mit dem nötigen Arschtrittfaktor untermalt werden. Es kam eigentlich bisher nur sehr selten vor das mir der Drumsound aus der Dose wirklich gefiel, denn oftmals wirkte das Ganze viel zu künstlich und man hörte zu stark heraus das nichts am Drumsound echt war. Auf "Erotishock Therapy" jedoch sieht das total anders aus. Abgesehen von ein paar kleineren Stellen könnte man durchaus davon ausgehen, dass man es hier mit einem echten Drummer zu tun hätte, der eine Blastattacke nach der anderen auf die Menschheit los lässt. Den Hauptbestandteil dieses brutalen Cocktails bildet jedoch Brians Stimme. Es ist echt unglaublich, was dieser Typ in Sachen gutturale Vocals auf dem Kasten hat. Wer denkt bei Mutilated und Gutrot wäre das schon das Maximum gewesen, wird hier deutlich eines besseren belehrt. Neben normalen, tiefen Growls gibt es hier gutturales Geröchel vom feinsten. Die meiste Zeit über hört es sich an, als würde Brian mit dem Kopf in einer vollgeschissenen Toilette hängen und mit dem darin vorhandenen Klowasser gurgeln. Mit deutlicher Sicherheit in Sachen Vocals eines der brutalsten Alben dieses Jahres. Doch nicht nur Brian gibt hier sein bestes wenn es um die Vocals geht. Gleich 5 Gastsänger konnten für "Erotishock Therapy" gewonnen werden. Zum einen hätten wir da Justin von Orchidectomy, Blue und Randy von Guttural Secrete (fuck yeah, Anm. d. V.) sowie Adam von Goratory/Sexcrement und einen gewissen Darek. Clitoruss (Mutilated) und Josh Duran sorgen weiter noch für nette Soli bei "Iceman" und "Nursing Home Kneebash". Man kann schon fast von einem Brutal Death All Star Projekt sprechen. Damit nicht genug gibt es als kleine Zugabe in Form des Tracks "Prog" noch einen coolen Instrumental Track zu hören und bei "BTK" sowie Play Catch, You Lose" Samples, welche teilweise etwas länger ausfallen, dafür aber auch um so lustiger sind ("It's not a rocket you sick fuck, its a cock! A cock and balls!"). Mit allem zusammengerechnet schafft es "Erotishock Therapy" auf eine Gesamtlaufzeit von knapp 45 Minuten, was für ein Brutal Death Album, noch dazu von einer 1 Mann Band, schon sehr beachtlich ist. Wirklich starke Negativpunkte konnte ich an diesem Album nicht feststellen, da es von vorne bis hinten einfach nur killt und Laune macht. Dem einen oder anderen mag "Erotishock Therapy" vielleicht etwas zu progressiv sein, aber das ist dann wieder eine Frage des persönlichen Geschmacks und hat nichts mit der eigentlichen Qualität dieses Albums zu tun. Mir persönlich hat Syphilic's Debütalbum mehr als nur gut gefallen. Wenn unter Alkoholeinfluss solch ein Knaller von einem Brutal Death Album heraus kommt, bleibt nur eines zu sagen: trink, Brian, trink. Trink viel und trink schnell, damit man schon bald einen weiteren Knaller wie diesen zu hören bekommt.
 
 
Bewertung: 90 % | von ScYthe | Datum: 22.10.07 | Zeit: 03:00 schließen