Sore "Gruesome Pillowbook Tales"
 
Tracklist:
01. Unfasten The Pillowbook
02. Remain Dead (In A Necrostatic Society)
03. Feast Of Antimatter Zombies
04. Monochrome Nothingness
05. Boneyard (Impetigo Cover)
06. Embryonic Limbs Combined With Ancient Ghouls
07. Crags To The Infinite
08. Unearthly Coffin Nail Experience
09. Slaughtered Amish People
10. Tales Of Signs Born By Blood, Black Fire And Death
11. The Excorcist (Depression Cover)
12. End Credits

Release: 2007
Genre: Death Metal
URL: www.sore.here.de
Label: www.suffer-prod.de.vu


Seit ich Sore auf dem NRW Deathfest im Jahre 2006 als eine der Opening Bands zu sehen bekam war ich auf ihr erstes Album wirklich sehr gespannt. Das Warten hat nun ein Ende, denn das Teil rotiert nun im CD Player. "Gruesome Pillowbook Tales" nennt sich die Scheibe dieser Band, die sich aus Depression Mitgliedern sowie Leuten von Kadaverficker und Bereaved zusammensetzt und über Suffer Productions herausgebracht wurde. Mit insgesamt 10 Tracks, einem sehr stimmigen Intro, einem Outro und einem Videoclip bestückt kommt dieses Album in einem schicken rötlich gehaltenen Layout samt coolem Coverartwork von Tilo Jost daher. Bei Tracktiteln wie "Remain Dead" oder "Slaughtered Amish People" macht sich der Gedanke schnell breit, dass man es hier wieder einmal mit einer typischen Brutal Death Band zu tun hat, die mit extremen Gore Lyrics zu schocken versucht. Doch wer so denkt und deshalb einen Bogen um dieses Album macht wird sich später tierisch in den Arsch beißen wenn das Album dann doch mal im Player rotiert. Denn Sore schlagen einen ganz anderen Weg ein. Klar gibt es hier "fast and gory Death Metal" zu hören, jedoch bietet dieser nicht nur Fans von brutal ballernder Musik etwas. Auch diejenigen unter den Metalheads, die ständig Flüche auf sämtliche neumodischen Death Metal Scheiben aussprechen und bei denen Bands wie Death, Obituary usw. auf Dauerbetrieb laufen kommen auf ihre Kosten mit "Gruesome Pillowbook Tales", ist der Sound doch sehr stark mit Old School Death Metal Elementen versetzt worden. Auf die eine Art schnell nach vorne ballernd hat man gleichzeitig das Gefühl, das über allem ein oldschooliger Touch steht. Dieses jetzt genauer zu beschreiben ist mir irgendwie nicht möglich; wer wissen will was ich meine hat schon ab hier einen Grund sich das Debütalbum von Sore reinzuziehen. Auch von der Soundproduktion her gibt es absolut nichts zu meckern. Die von Goreminister dargebrachten "Gory Growls Of Terror" schallen ebenso klar und gewaltig aus den Boxen wie der Sound des "Four-String Hammer" von Marc und auch Swobo's "Six-String Cadaver" sowie die "Corpse Battery" von Drummer Andi machen ihren Job sehr gründlich. Alles wurde sauber abgemischt und keines der Instrumente drückt sich zu stark in den Vordergrund. Neben 8 eigenen aus den Hirnwindungen der Bandmitglieder stammenden Tracks gibt es noch zwei Coverversionen von Goregrind Kultband Impetigo und der deutschen Death/Grind Band Depression auf die Ohren, welche sich nicht zu verstecken brauchen. Sogar ganz im Gegenteil. Zwar wurde der Klassiker "Boneyard" schon regelrecht tot gecovert, jedoch nur selten so gut wie es hier der Fall ist. Neben diesen Coverversionen bietet uns "Gruesome Pillowbook Tales" dann in Form eines Videoclips noch etwas fürs Auge. Ausgewählt wurde mein persönlicher Lieblingstrack "Crags Of The Infinite", in welchem wir den Goreminister zuhause besuchen dürfen und noch einen Einblick in eines der Hobbys dieses mit Hannibal Lector Mundschutz versehenen Freaks bekommen. Produziert wurde das Ganze von einer Gruppe namens Nordwald Productions. Insgesamt gesehen kein außergewöhnlicher Videoclip, jedoch immer noch um Längen besser als diese "Band spielt ihre Instrumente vor schwarzem Hintergrund" Einschlafhilfen. Alles in allem hat man mit "Gruesome Pillowbook Tales" eigentlich alles richtig gemacht. Nur die Laufzeit von 29 Minuten könnte beim nächsten Mal etwas verbessert werden. Es ist zwar kein Überflieger von einem Album geworden, aber dennoch sehr solide und Platz nach oben ist somit für diese Band definitiv noch vorhanden. Wer dem brutalen Death Metal sowie Old School Death Metal was abgewinnen kann, den erwartet mit Sore's Debütalbum eine gelungene Mischung beider Genre und allen Anderen sei dazu geraten, auf jeden Fall mal ein Ohr zu riskieren. Ich hätte nie gedacht, dass mir Old School Death Metal mal so sehr gefallen würde. Dank Sore ist genau das passiert.
 
 
Bewertung: 77 % | von ScYthe | Datum: 23.09.07 | Zeit: 22:15 schließen