Sickening Horror "When Landscapes Bled Backwards"
 
Tracklist:
01. Descending The Mind's Abyss
02. An Eerie Aspect Of Us... Drowning
03. The Cold Funeral
04. The Perfect Disease
05. Imprisoned In Apocalypse
06. Forsake My Bleeding
07. Dark One Surreality
08. Virus Detected
09. Filming Our Graves
10. Embrace The Abstract
11. All Perceived Nothing
12. When Landscapes Bled Backwards

Release: 2007
Genre: Technical Death Metal
URL: www.sickeninghorror.net
Label: www.neurotic-records.com


Und wieder etwas Neues aus dem holländischen Hause Neurotic Records und auch diesmal geht es hier wieder verdammt technisch zur Sache. Bei Sickening Horror handelt es sich um eine technisch versierte Death Metal Band aus Griechenland, wo unter anderem Nile Drummer, George Kollias einige Jahre Mitglied war. Nun leider ist der gute nicht mehr dabei, da er sich voll und ganz Nile widmen möchte, aber die Scheibe welche ich hier vorliegen habe, wurde glücklicherweise noch mit ihm eingespielt. Da George wirklich ein hervorragender Drummer ist, denke ich wird es verdammt schwer werden, diesen passend ersetzen zu können. Musikalisch gesehen, hat diese griechische Death Metal Band nur stellenweise etwas mit Nile zu tun. Wenn hier mal das Gaspedal durchgetreten wird und richtig geknüppelt wird, könnte man schon den einen oder anderen Vergleich zu Nile erkennen. Aber ansonsten agieren Sickening Horror wesentlich progressiver und irgendwelche orientalisch angehauchten Riffs sucht man hier ebenfalls vergebens. Also schon mal von meiner Seite aus Pluspunkte, dass man hier nicht einfach nur stupide die Hauptband des Drummers kopiert hat. Dennoch gibt es auch hier wieder einige experimentelle Elemente zu verzeichnen, welche aber eher an Bands wie Atheist und Martyr(CAN) erinnern. An einigen Stellen werden auch ein paar Industrialsamples eingebaut, welche zwar einen schön kühlen mechanischen Effekt haben, aber dennoch im Ganzen recht überflüssig sind. Ich denke der Vergleich mit Martyr steht der Band ganz gut, nur das Sickening Horror wesentlich mehr prügeln und insgesamt einfach eine Nummer brutaler sind. Die progressive Seite wird hier besonders durch Bassist Ilias Daras hervorgehoben. Der Typ scheint am Bass ziemlich begabt zu sein und erinnert mich von seiner Spielweise ziemlich oft an den Quo Vadis/Athereitc Bassisten Dominic Lapointe. Ja endlich mal eine Band, wo der Bass ziemlich im Vordergrund steht. Das könnten viele auch anders sehen, aber da ich nun mal auch zu der Gattung der Bassisten gehöre, sehe ich das als sehr positiven Aspekt. Im Allgemeinen handelt es sich bei "When Landscapes Bled Backwards" um ein recht positives Album, aber ich bin trotzdem nicht sonderlich vom Hocker gehauen worden. Also technisch gesehen agiert die Band wirklich in der oberen Klasse, aber die Songstrukturen quälen sich viel zu lange in progressiven Gefilden, so das hier viel Hörgenuss verloren geht. Das bedeutet nicht, dass ich grundlegend gegenüber progressiven Death Metal nicht aufgeschlossen bin, ich stehe sogar sehr auf Bands wie Cynic oder neuere Death. Aber das alles hier wirkt an manchen Stellen einfach zu sehr überreizt und lieblos. Halt genau das gleiche Problem, was ich bei manchen Martyr Scheiben habe. Es ist keineswegs so, das mir die ganze Zeit die Kotze im Halse steckt, wenn ich mir diese Scheibe hier anhöre. Einige Songs wie z.B. "Filming Our Graves", "An Eerie Aspect Of Us... Drowning", "Forsake My Bleeding" oder "This Perfect Disease" sind wirklich verdammt gut gelungen. Besonders an den etwas schnelleren Stellen kann die Band überzeugen. Es gibt sogar manchmal Stellen wo einfach alles stimmt und jedes Riff wie die Faust aufs Auge passt. Nur diese sind mir im Ganzen doch zu rar gesät. Es ist schon so, dass ich meine Erwartungen an dieses Album etwas zu hoch gesetzt habe und etwas enttäuscht wurde. Aber ist das nicht meistens so im Leben? Nun gut, jedenfalls kurz vor Ende der CD (vorletztes Lied) gibt es noch ein kurzes Klavier Instrumentalstück, welches auf mich persönlich aber keinen sonderlich positiven Eindruck hinterlassen hat. Die Idee ist zwar ganz nett, hätte man aber auch bleiben lassen können. Spielzeittechnisch setzt die Truppe mit etwas über 35 Minuten auch keine neuen Maßstäbe. Wenn man zusätzlich noch das Intro und das kleine Klavierstück abzieht, ist das insgesamt dann doch ein bisschen wenig. Auch hier gibt es wieder die für Neurotic Records typische limitierte Pappschuber Version, aber dafür ein ziemlich unspektakuläres Coverartwork. Ich werde die Band aber weiterhin im Auge behalten, denn das Ganze wirkt für ein Debütalbum schon recht professionell, aber dennoch ausbaufähig. Jo also viel mehr gibt es von meiner Seite nicht zu sagen, Soundproduktionstechnisch ist hier auch alles im guten druckvollen Bereich. Mir jedenfalls bereitet die Entwicklung der Griechischen Death Metal Szene ziemliche Freude und ich bin sehr gespannt, welche guten Bands in naher Zukunft aus diesem Land meine Aufmerksamkeit ergattern. Also, wenn ihr ein bisschen Geld übrig habt und ihr auf Bands wie Martyr, Quo Vadis oder Atheist steht und immer mal wissen wolltet, wie das ganze einige Nummern brutaler klingt, hier habt ihr die Gelegenheit. Ich persönlich, bleibe aber weiterhin bei meiner neuen derzeitigen Lieblingsband Ulcerate.
 
 
Bewertung: 79 % | von Gore | Datum: 23.09.07 | Zeit: 22:15 schließen