Prostitute Disfigurement "Descendants Of Depravity"
 
Tracklist:
01. Torn In Bloated Form
02. The Sadist King And The Generalissimo Of Pain
03. In Sanity Concealed
04. Killing For Company
05. Storm Of The Fiend
06. Life Depraved
07. Carnal Rapture
08. Fatal Fornication
09. Sworn To Degeneracy

Release: 2008
Genre: Brutal Death Metal
URL: www.prostitutedisfigurement.com
Label: www.neurotic-records.com


Ach ja, Neurotic Records ist schon irgendwie ein merkwürdiges Label. Da wird wochenlang im Voraus mit dem Release des neuen Albums der holländischen Brutal Death Combo Prostitute Disfigurement geworben und dann plötzlich findet sich dieses Album in den Shops einiger andere Labels, nur bei dem wo die Band unter Vertrag ist nicht. Naja egal, drauf geschissen! Hauptsache es ist überhaupt noch raus gekommen. Eines kann man auf jeden Fall schon mal festhalten: für sein Geld bekommt man mit "Descendants Of Depravity" auf jeden Fall mehr geboten als es bei manch anderem Zeug aus dem Brutal Death Sektor der Fall ist. Die Tracklist des neuesten Werkes der Holländer umfasst 9 Songs, die wie üblich mit allerlei perversen kranken Lyrics rund um Vergewaltigung, Verstümmelung und Tod aufwarten können, für die Prostitute Disfigurement ja durchaus bekannt sind. Auch musikalisch knüpft man genau da an, wo man auf dem Vorgänger "Left In Grisly Fashion" einst aufgehört hatte; noch immer gibt es aggressiv blastenden Brutal Death Metal gepaart mit leicht technischen Gitarrenriffs in die Fresse geknallt, bei denen hin und wieder kurze melodische Soloparts auftauchen, die jedoch in keinster Weise das brutale Treiben irgendwie stören. Alles dabei steht's gut untermalt durch einen kräftigen aber nicht zu dominanten Bass. Die Produktion ist wie schon beim Vorgänger über jeden Zweifel erhaben und lässt sämtliche Instrumente in einem guten Licht dastehen. Also eigentlich alles beim Alten könnte man sagen. Ja, könnte man, wenn da nicht ein Punkt vorhanden wäre, an dem sich unter Garantie die Meinungen spalten werden. Die Rede ist von den Vocals, die Sänger Niels hier vom Stapel lässt. Waren es auf allen bisherigen Alben immer sehr brutale gutturale Vocals, die den Ton angaben, so sind es auf "Descendants Of Depravity" zum ersten Mal seit dem Bestehen der Band "nur" aggressive Death Metal Growls, die man zu hören bekommt. Viele Fans werden sich nach dem ersten Durchlauf der CD vielleicht fühlen, als hätte man sie grade brutal in den Arsch gefickt und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Band mit ihrer Stiländerung genau solche "da seit Ihr platt"-Reaktionen hervorrufen wollte. Ein derber Tritt in die Eier sollte es werden und ein derber Tritt in die Eier ist es geworden. So heftig, das einem fast der Sack platzt. Wer Prostitute Disfigurement jetzt aber nach dem ersten Hördurchlauf der neuen CD enttäuscht den Rücken kehrt, macht einen großen Fehler. Klar muss man sich erst an den neuen Sound der perversen Holländer gewöhnen, doch das geht schneller als man denkt und ist der Funke erst übergesprungen, muss man einfach zugeben, dass "Descendants Of Depravity" verdammt geil klingt. Es ist zwar kein Meilenstein was das Songwriting betrifft, aber als das beste Album der Band, unabhängig von persönlichen Favoriten, würde ich es wohl trotzdem ansehen. Wie anfangs erwähnt bekommt man für sein Geld weitaus mehr als bei vielen anderen Alben der letzten Monate. Das liegt zum einen daran, das man für Cover Artwork und Layout keine geringeren als Pär Olofsson und Joel Sta organisieren konnte, die ihre Arbeit gewohnt gut gemacht haben und zum anderen daran, dass neben der normalen CD noch eine DVD vorhanden ist, auf der die Band ihren 2007er Auftritt im Dynamo (Holland) verewigt und Backstage Material sowie einen Videoclip zu "The Sadist King And The Generalissimo Of Pain" als Bonus oben drauf gepackt hat. Qualitativ kann sich so mach offizielle DVD hier noch was abgucken, denn Bild und Ton sind für eine Bonus DVD mehr als gut gelungen. Als sei das alles nicht schon Grund genug sich von Prostitute Disfigurement erneut für 39 Minuten in eine Welt voller Perversionen entführen zu lassen, gibt es noch das bei Neurotic Records schon zum Standard gewordene limitierte Slipcase oben drauf. Also wartet nicht erst darauf, dass euch jemand in den Arsch tritt und taucht ein in die kranke Welt dieser Holländer. Ihr werdet es nicht bereuen.
 
 
Bewertung: 87 % | von ScYthe | Datum: 03.07.08 | Zeit: 23:35 schließen