Origin "Antithesis"
 
Tracklist:
01. The Aftermath
02. Algorithm
03. Consuming Misery
04. Wrath Of Vishnu
05. Finite
06. The Appalling
07. Void
08. Ubiquitous
09. The Beyond Within
10. Antithesis

Release: 2008
Genre: Brutal Death Metal
URL: www.myspace.com/origin666
Label: www.relapse.com


Langsam bekomme ich wirklich Angst vor den Amis. Nein, nicht von der Politik der Bush Regierung, sondern eher von dem außerirdischen, rekordbrechenden extrem Death Metal, der hier wächst und gedeiht, als gäbe es keinen Morgen. Wenn man diese Entwicklung betrachtet und das Ganze mit der rapiden grafischen Steigerung der Computerspielwelt vergleicht, kann man sich gar nicht mehr wirklich vorstellen, wo der Death Metal in 10 Jahren stehen wird. Was mischen die der Bevölkerung bloß ins Trinkwasser? Ich, persönlich tippe auf einen Koks/Speed Cocktail, denn anders kann ich mir diese Raserei auf der aktuellen Origin Scheibe nicht mehr erklären. Es gibt keinen langsamen Aufbau und ebenso kein Intro. CD rein und direkt geht das Geknüppel mit dem ersten Track "The Aftermath" los. Ich will nicht sagen, dass wir es von Origin anders gewohnt sind ( mit Ausnahme der Debüt-Scheibe), aber dass diese kranken Psychopathen noch schneller, technischer und brutaler werden und trotzdem noch interessante Songs schreiben, damit hätten wohl die Wenigsten gerechnet. Ich hätte eher darauf getippt, dass Origin nach ihrer "Echoes Of Decimation" Scheibe und dem Ausstieg von Drummer James King ein paar Gänge runter schalten, aber da habe ich mich wohl ziemlich verkalkuliert. Nun wieder zurück an der Schießbude ist Drummgott John Longstreth (Ex-Angelcorpse, Ex-Skinless, Ex-The Red Chord). Ja und wie er zurück ist; der Typ blastet mal wieder so was von geisteskrank und präzise, als Spritze er sich den oben genannten Cocktail jeden Morgen zum Frühstück direkt in die Herzvene. Was im Black Metal Marduk's "Panzerdivision" ist, hat der Death Metal nun mit Origin's "Antithesis". Im direkten Vergleich jedoch ziehen Marduk in jeglicher Hinsicht den Kürzeren, denn Origin beherrschen ihre Instrumente und das sogar überirdisch gut. Dass bei dieser Lichtgeschwindigkeitsorgie das technische Niveau so verflucht überragend ist, schreit nach einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Da aber Hyperspeed, Brutalität und extrem hohe technische Leistungen nicht alles sind, haben Origin selbst auf die Frage nach interessanten, vielseitigen Songs eine passende Antwort parat. Die Band schafft es immer wieder trotz des extremen Levels ihrer Musik diese verdammt spannend zu gestalten. Während der gesamten Laufzeit kommen immer wieder geile Melodien zum Vorschein, sogar der Einsatz von Gitarrensoli kommt hier nicht zu kurz. Über die Anzahl von Killerriffs brauchen wir uns gar nicht unterhalten, denn diese sind hier immer vorhanden. In einer verdammt genialen entscheidenden Sache hat die Band ebenfalls dazu gelernt. In einigen Songs wird eine ziemlich düstere, kalte Atmosphäre erzeugt, die mich sehr an Bands wie Immolation erinnert. Ich denke ein paar Black Metal Bands haben wohl hier an einigen Stellen auch ihre Spuren hinterlassen. Das Ganze steht der Truppe aber wirklich gut. Auf "Antithesis" waren durch und durch Profis am Werk und deshalb haben wir es mit Abstand mit dem besten und ausgereiftesten Werk der Band zu tun. Diese Platte katapultiert die Truppe geradewegs auf die vordersten Plätze der besten Extrem Metal Veröffentlichungen des Jahres. Um ehrlich zu sein, kann ich mir kaum noch vorstellen, welche Band dieses Werk in diesem Jahr noch übertreffen könnte. Ebenfalls schwer begeistert bin ich von der super guten Soundproduktion des Albums. Ganz klar, die Drums stehen hier ziemlich im Vordergrund, was aber auch seinen Zweck erfüllt. Denn wenn ich an Origin denke, möchte ich eine wuchtige, druckvolle Scheibe zu hören bekommen und keinen blöden Garagenpunksound mit Mülltonnen-Drumsound. Noch anzumerken wäre, dass sich trotz der wuchtigen Produktion sämtliche Details heraushören lassen. Die Band erstickt also glücklicherweise nicht in einem undefinierbaren Soundmatsch. Mit über 42 Minuten Laufzeit fällt diese CD noch dazu auch nicht zu kurzweilig aus. Falls ihr schon immer wissen wolltet wie die Zukunft des Amerikanischen Death Metal klingt, hier habt ihr die Chance es zu erfahren. Wer sich diese stilübergreifende Extrem Metal Offenbarung entgehen lässt, sollte sofort mit lebenslangem Metalverbot bestraft werden.
 
 
Bewertung: 95 % | von Gore | Datum: 14.10.08 | Zeit: 21:05 schließen