| Nile "Ithyphallic" |
| Tracklist: 01. What Can Be Safely Written 02. As He Creates, So He Destroys 03. Ithyphallic 04. Papyrus Containing The Spell To Preserve Its Possessor Against Attacks From He Who Is In The Water 05. Eat Of The Dead 06. Laying Fire Upon Apep 07. The Essential Salts 08. The Infinity Of Stone 09. The Language Of The Shadows 10. Even The Gods Must Die Release: 2007 Genre: Brutal Death Metal URL: www.nile-catacombs.net Label: www.nuclearblast.de |
![]() |
| Die mächtigen Nile gehören wohl zu dieser ganz speziellen Sorte von Bands, auf die man sich wirklich verlassen kann. Die Truppe schafft es über Jahre hinweg immer wieder geilen, eigenständigen qualitativen Death Metal zu fabrizieren, womit sich heutzutage leider nur noch wenige Bands brüsten können. Nur wie so oft gehen auch hier die Meinungen weit auseinander. Für manche sind sie die Death Metal Offenbarung schlechthin, für die Anderen hingegen nur Dilettanten, die mit ihrem ägyptischen Drumherum nerven. Für mich persönlich, gehört die Truppe wohl zu den wichtigsten und besten Death Metal Bands unserer Zeit. Auf ihrem nun schon fünften Album hat man sich vom langjährigen Partner Relapse Records getrennt und mit Nuclear Blast ein neues starkes Label gefunden. Der Vorgänger "Annihilation Of The Wicked" gehörte für mich persönlich zu den besten Scheiben des Jahres 2005 und stellte definitiv auch einen der Höhepunkte in ihrer bisherigen Karriere dar. Also hat man sich ein verdammt hohes Ziel gesetzt um diesen Meilenstein zu übertreffen. Auf "Ithyphallic" hingegen hört man sofort heraus, dass die Produktion nochmals sauberer als auf ihrem Vorgänger klingt. Der Sound ist zwar recht ordentlich und jegliche musikalische Details lassen sich gut heraushören, jedoch hört es sich für meinen Geschmack hier schon zu sauber und trocken an. Man bemerkt auch direkt beim Eröffnungslied, dass Nile ihre mörderisch schnelle Spielgeschwindigkeit etwas gedrosselt haben und mehr Mid-Tempo und Groove Parts einbauen. Was aber nicht bedeutet, dass Nile jetzt langsamen Six Feet Under oder Obituary Death Metal spielen. Es wird definitiv noch verdammt viel geblastet und geknüppelt, nur verstecken sich im neuen Material deutlich mehr Tempovariationen. Ich persönlich finde, dass die Truppe sich teilweise zu lange in schleppenden, langsamen Gefilden aufhält. Ob das Ganze eine Anordnung von ihrem neuen Label war, lässt sich nur vermuten, da Nile eine ziemlich untypische Band für ein Label wie Nuclear Blast darstellt. Auf "Ithyphallic" sind Nile zum Trio geschrumpft, den Bassist Jon Vesano ist nicht mehr dabei. Auf den Genuss von einer Bassgitarre muss der Zuhörer jedoch nicht verzichten, weil Saitenhexer Dallas diesen für das Album eingespielt hat. Ansonsten ist das Line-up konstant geblieben, worüber ich recht froh bin, denn alle drei verstehen ihr Handwerk. Technisch arbeitet man hier wie immer auf einem wahnsinnig hohen Niveau. Was mir persönlich aber weniger gefällt, ist die Tatsache dass die ägyptischen Elemente auf dieser Veröffentlichung etwas zu kurz gekommen sind. Leider gibt es hier nur wirklich ein einziges reines Instrumentallied ("The Infinity Of Stone") welches sich tatsächlich anhört, als käme es direkt aus dem Reich der alten Ägypter. Der Song ist zwar sehr gut gelungen, aber leider viel zu kurz. Viele unter euch könnten jetzt argumentieren, dass Nile doch eine Death Metal Band sind und keine ägyptische Folkloretruppe. Ja das stimmt wohl, aber ein oder zwei Titel mehr aus dieser Richtung könnten doch realisierbar sein. Aber es gibt ja immer noch das Soloprojekt vom Nile Bandchef Karl Sanders, welches sich nur mit diesem Stil befasst. Im Ganzen gesehen, ist "Ithyphallic" nicht das beste Werk der Band. Diese Scheibe schafft es nicht den Vorgänger zu übertreffen und auch bei den anderen Veröffentlichungen zieht Ithyphallic den Kürzeren. Selbst wenn wir es mit der meiner Meinung nach schwächsten Nile CD zu tun haben, reicht es immer noch aus, um viele andere Death Metal Vertreter qualitativ zu übertrumpfen. Trotzdem sind einige Songs hier vorzufinden, die wirklich geil und mitreißend sind. Als Beispiele sollte mein persönlicher Lieblingssong "The Essential Salts" genannt werden, welcher sehr brutal wirkt aber trotzdem noch eine mitreißende Atmosphäre erzeugt. Auch der gleichnamige Albumtiteltrack gehört definitiv noch zu den Besten des Albums. Leider gibt es auch einige mäßige Songs wie z.B. der langweilige Opener "What Can Be Safely Written". Wirkliche herausragende Songs im Stile von "Black Seeds Of Vengeance" oder "Lashed To The Slave Stick" sind hier sehr rar. Wirkliche Gitarrenläufe die im Ohr hängen bleiben, konnte ich leider nicht häufig finden, das Ganze wirkt hier an vielen Stellen oft zu ausgelutscht und belanglos. Wirklich schade, denn aus dieser Scheibe hätte man wesentlich mehr herausholen können. Ein weiterer negativer Punkt wäre die Sache mit den Texten. Da ich zugegeben auch ein kleiner Hobbyägyptologe bin, fand ich es verdammt schade, dass man hier keine Erklärungen zu den einzelnen Texten im Booklet vorfinden konnte. Meiner Meinung nach wohl auch wieder eine Sparmaßnahme vom neuen Label, oder der gute Karl ist richtig faul geworden und scheißt auf die Bedürfnisse einiger Fans. Dafür ist jedoch das Artwork ziemlich gut gelungen. Gut diese Scheibe ist definitiv nicht die Platte des Jahres, es reicht dennoch locker aus, um eine ordentliche Wertung abzusahnen. Qualitativ gesehen wird hier doch einiges geboten, zumal die Spielzeit beinahe 50 Minuten beträgt, was bei amerikanisch geprägten Death Metal Bands doch eher eine Seltenheit ist. Nebenbei sei noch erwähnt, dass diese CD ebenfalls in einem schönen Digipack erhältlich ist, welches noch zwei zusätzliche Bonuslieder enthält. Bei den Bonusliedern handelt es sich jedoch lediglich um zwei Instrumentalversionen von den Songs "As He Creates So He Destroys" und "Papyrus Containing The Spell To Preserve Its Possessor Against Attacks From He Who Is In The Water". Einen Preis wird die Band sicherlich nicht mit diesem Bonusmaterial bekommen und ich finde es immer wieder total bescheuert, für solch einen Quatsch auch noch mehr Geld auszugeben. Naja, soll jeder selbst entscheiden, sofern überhaupt die Möglichkeit besteht, derzeitig an eine günstigere nicht Digipack Version heranzukommen. Mein Fazit lautet: für Fans der letzten Nile Scheibe sicherlich kein Reinfall, jedoch schafft man es hier nicht, die Qualität des Vorgängers zu halten oder sogar zu übertreffen. |
| Bewertung: 81 % | von Gore | Datum: 22.10.07 | Zeit: 03:00 | schließen |