| Neuraxis "The Thin Line Between" |
| Tracklist: 01. Darkness Prevails 02. Wicked 03. Versus 04. Deviation Occurs 05. The Thin Line Between 06. Dreaming The End 07. Standing Despite... 08. Oracle 09. Phoenix 10.The All And The Nothing Release: 2008 Genre: Death Metal URL: www.neuraxis.org Label: www.prostheticrecords.com |
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| Wenn eine kanadische Death Metal Truppe ein Album herausbringt, kann man in den meisten Fällen diese Scheibe blind kaufen. Neuraxis sind dafür mal wieder ein perfektes Beispiel. Auch diese Truppe stammt aus dem Land von legendären Bands wie Gorguts, Cryptopsy, Martyr, Quo Vadis oder Kataklysm, um nur ein paar zu nennen. In naher Zukunft können wir Neuraxis wohl auch locker mit den oben genannten Bands nennen, denn diese Truppe ist schon seit langer Zeit ein fester Bestandteil der Death Metal Szene und hat während dieser Zeit konstant gutes Material abgeliefert. Das ist natürlich auch auf ihrem aktuellen Album wieder der Fall, nur diesmal sogar ein klein wenig besser als vorher. Ihr neustes Glanzstück nennt sich "The Thin Line Between" und dem Hörer wird relativ schnell klar, dass auch dieses Mal Neuraxis eine deutliche Entwicklung durchgemacht haben. Bei Neuraxis ist es wohl so wie mit Cryptopsy; jedes Album klingt etwas anders. Nur mit dem großen Unterschied das Neuraxis im Gegensatz zu Cryptopsy auf den momentan so angesagten Deathcore Trend scheißen. Was mich sehr angenehm überrascht hat, denn ich hätte eher eine gegenteilige Entwicklung bei einem Label wie Prosthetic Records erwartet. Das es in unserer Zeit noch Death Metal Truppen gibt, die ohne Hardcore/Metalcore Breakdowns oder dergleichen auskommen, ist wirklich bemerkenswert. Im Grunde klingt das aktuelle Material sogar so geil, dass man es locker unter die Klassiker des technischen Death Metals der 90er Jahre mischen könnte. Vom Gesamtsound hier hat sich neben einer weiteren technischen Steigerung auch hinsichtlich der Songgestaltung vieles verändert. Der Sound ist hier allgemein sehr viel düsterer und progressiver ausgefallen. Jedoch wird ihr bewährtes Melodie/Brutalität Konzept hier weiterhin geschickt eingesetzt. Also es ist niemals zu melodisch oder zu stumpf, sondern einfach nur perfekt ausbalanciert. Stellt euch das Ganze etwa so vor, als würde man Schweden Death Melodien mit brutalem US Death Metal paaren. Aber wie schon gesagt, kommt es hier alles in einer düsteren Atmosphäre herüber. An vielen Stellen lässt sich sogar ein sehr großer Gorguts Einfluss heraushören, was sich besonders an dem teils verworren Riffing erkennen lässt. Bei den Songs "The Thin Line Between" und "Oracle", steuert Death Metal Legende Luc Lemay (Gorguts) einige Gastvocals bei. Also für die unter euch die den genialen Gorguts immer noch nachtrauern, hier habt ihr etwas was euren Schmerz lindern kann. Ob es sich jedoch hier um die beste Veröffentlichung der Band handelt, ist schwierig zu sagen. Auf jeden Fall klingt alles wesentlich erwachsener und durchdachter. Die Songstrukturen hier sind im Gegensatz zur wirklich guten Vorgängerscheibe geradliniger gestrickt. Im Klartext bekommt man hier weniger Tempo und Stilwechsel zu hören als früher. Das Ganze macht auf mich einen sehr positiven und gefestigten Eindruck. Es gibt hier sogar noch eine weitere große Veränderung. Sänger Ian Campbell ist auf dieser Scheibe nicht mehr zu hören. Stattdessen hat man Alex Leblanc von Atheretic mit an Bord geholt. Mir persönlich gefallen seine Vocals besser, da sie um einiges rauer und dunkler herüber kommen. Es passt im Ganzen einfach besser zum neuen Sound. Ich denke mit dieser Scheibe haben Neuraxis ihren Sound gefunden und ich hoffe sie werden diesen Weg weiter fortschreiten. Zur Soundproduktion kann ich ebenfalls nur positives berichten. Der Sound kommt hier schön druckvoll und detailliert zur Geltung, ohne jedoch steril, seelenlos und überproduziert zu klingen. Also wir haben es hier mit einer sehr guten Death Metal Scheibe zu tun, die jeden Hörer von Bands wie Cryptopsy, Gorguts, Atheretic ansprechen sollte. Wenn jetzt bald Gorguts wieder Musik machen und eine neue Scheibe herausbringen, dann wisst ihr warum. Die Jungs sind dann wohl von der aktuellen Neuraxis inspiriert worden. |
| Bewertung: 90 % | von Gore | Datum: 10.05.09 | Zeit: 21:00 | schließen |