Impaled "The Last Gasp"
 
Tracklist:
01. G.O.R.E.
02. Sickness Is Health
03. The Visible Man
04. You Are The Dead
05. All Gut, No Glory
06. Up The Dose
07. Torture Of Duty
08. masters Of Ordure
09. Right To Die
10. Dawn Of The Dead
11. The Last Gasp

Release: 2007
Genre: Death Metal
URL: www.impaled.info
Label: www.willowtip.com


Lasst uns kurz eine Reise zurück in der Zeit machen. Im Jahre 2002 schufen Impaled mit "Mondo Medicale" einen echten Klassiker im Death Metal Genre, der auch heute, ganze 5 Jahre später, immer noch zu überzeugen weiß und von vielen Fans als bestes Werk der Band angesehen wird. 3 Jahre später folgte dann "Death After Life"; herausgebracht über mein persönliches Hass-Label Century Media. Die Befürchtungen Impaled würde im totalen Einheitsbrei versinken, bestätigte sich beinahe. Es war zwar immer noch Impaled, aber durch die verschiedenen experimentellen Elemente wollte "Death After Life" so rein gar nicht zünden. Gehen wir jetzt wieder zurück in die Gegenwart. Mittlerweile hat man Century Media hinter sich gelassen und ist zu Willowtip Records übergesprungen, bei welchem auch Bands wie Malignancy, Psycroptic oder Odious Mortem vorzufinden sind. "The Last Gasp" ist nun also der Titel des 4. Albums der US Pathologen aus St. Julien's und schon beim ersten Blick auf das Cover Artwork der neuen CD wird einem klar, dass die Zeiten von Century Media Experimenten wieder vorbei sind. Man könnte meinen, Last Days Of Humanity hätten noch ne weitere CD herausgehauen, so krank sieht das Artwork aus. Die Zensurbehörden werden bestimmt vor Freude Blut und Eiter kotzen, auch deshalb, weil auf ein zensiertes Cover komplett verzichtet wurde. Hier wird Gore endlich wieder groß geschrieben. Passend zum gorigen Artwork geht es dann auch gleich mit dem schlicht "G.O.R.E." genannten Track los. Typische Impaled Screams von Sean McGrath wechseln sich mit coolen gutturalen Growl von Ross Sewage ab, die auf "The Last Gasp" deutlich stärker in die Tracks eingebunden wurden, als es auf "Death After Life" der Fall war. Weiter wurde das Tempo wieder ein Stück mehr angezogen. Zwar wird immer noch zu einem überwiegendem Teil der deutlich von Carcass beeinflusste schnellere Mid-Tempo Weg mit leichten Rockattitüden dargebracht, doch von Zeit zu Zeit werden grindigere Elemente in die Tracks eingebunden und dann darf die Double Bass ordentlich drauf los kloppen. Blastbeats in Lichtgeschwindigkeit sollte man zwar nicht erwarten, aber im Vergleich zu Klassikern wie "Raise The Stakes" oder "Operating Theatre" hält sich das Tempo doch recht gut auf dem gleichen Level. Den größten Unterschied zu den vorigen Impaled Alben bildet wohl der Track "All Gut, No Glory", welcher wie eine Mid-Tempo Walze daher kommt und mit gutturalen Vocals aufwarten kann, die sich deutlich an "The Dead Shall Dead Remain" orientieren und auch irgendwie an Vocals von Cock And Ball Torture erinnern. Der darauf folgende Track "Up The Dose" zeigt dann noch einmal mehr als deutlich, das man seit "Mondo Medicale" nichts verlernt hat. Verfeinert mit Blasteinlagen sowie dem wechselndem 3er Gesang ist dies wohl der Track, der mit den Klassikern von damals in einem Rutsch genannt werden kann. Doch auch die restlichen der 11 Tracks wissen dank einer gelungenen Produktion zu überzeugen. Einen wirklich schwachen Track gibt es eigentlich nicht, da jeder etwas anderes zu bieten hat und die Abwechslung durch Gitarrensolos, Samples sowie Breaks hoch gehalten wird. Von den Texten her muss man auf die kranken Gedanken der St. Julien's Truppe natürlich nicht verzichten. Die Show geht wie gewohnt weiter im "Operating Theatre"; fast 40 Minuten lang, bis der Vorhang begleitet von einem kleinen Trompetenspiel erneut fällt. Als lustiger Gag wurde der CD noch ein Aufkleber verpasst, der besagt, dass man in 336 Ländern nicht gerne gesehen ist. Ob diese Zahl stimmt, darf angezweifelt werden. Insgesamt gesehen schafft man es mit "The Last Gasp" nicht, den Klassiker von 2002 hinter sich zu lassen, "Death After Life" jedoch steckt man mehr als deutlich in die Tasche. Impaled haben auf den richtigen Weg zurückgefunden. Sie waren "mentally deranged", aber nun sind sie wieder "cured".
 
 
Bewertung: 85 % | von ScYthe | Datum: 05.11.07 | Zeit: 20:30 schließen