Human Artifacts "The Principles Of Sickness"
 
Tracklist:
01. Dismembered For Pleasure
02. Lust For The Dead... Sex In A Shallow Grave
03. Beat With A Bat
04. The Principles Of Sickness
05. Backroom Facial
06. Head In A Ziploc Bag
07. Maimed And Disfigured
08. Haunted
09. Graveyard Delicacy
10. Dismembered For Pleasure (Live)
11. Head In A Ziploc Bag (Live)

Release: 2007
Genre: Brutal Death Metal
URL: www.humanartifacts.net
Label: www.comatosemusic.com


So, hier haben wir es also, dass erste Album der noch recht frischen Band Human Artifacts. Vom Label Comatose Music bereits eine ganze Weile angekündigt, dauerte es doch einige Zeit, bis man überhaupt einmal in den Genus eines Tracks dieser Band bestehend aus dem ehemaligen Lividity Mitglied Matt Bishop, Robert Brodie, Aaron Harper sowie Jake Lahniers von Deaden gekommen ist. Jetzt, anno 2007 ist es nun endlich geschafft und "The Principles Of Sickness" steht zum Kauf bereit. Klar dass man sich dann auch nicht lange bitten lässt ein wenig genauer zu untersuchen, was einen denn nun letztendlich auf diesem Full Length Debüt erwartet. Grob zusammenfassend für den Stil von Human Artifacts last sich folgendes sagen: schnell zugehen wird es hier definitiv nicht. Die kompletten 11 Tracks werden stets in einem schleppenden Midtempo dargeboten und lassen somit schon mal nicht viel Platz für großartige Wechsel entstehen. Lediglich die beiden Live Tracks können eine kleinere Geschwindigkeitssteigerung vorweisen. Wenn man "Hymns Of The Sick" von Deaden kennt dann kann man sich in etwa ausmalen wie Human Artifacts agieren werden. Der Deaden Stil dominiert ganz klar gegenüber dem von Lividity. Was Human Artifacts mit Lividity verbindet sind eigentlich nur die von Matt Bishop dargebrachten tiefen Gurgelvocals, welche schon auf ".'Til Only The Sick Remain" zu vernehmen waren. Großartig verändert haben sich seine Vocals im Vergleich zu dem immerhin 5 Jahre älteren Album nicht sonderlich. Noch immer knurrt sich Bishop tierisch einen ab und macht dabei manchmal den Eindruck, ein tollwütiger Hund hätte hier seine Arbeit am Mikro verrichtet. Kommen wir zu einem weiteren Punkt der die Musik auf "The Principles Of Sickness" weiter verdeutlichen soll: der Drumsound. Dieser rattert passend zum eher schleppenden und teilweise auch mit groovigen Attitüden versehenen Sound der Gitarren, welche sehr gut herauszuhören sind. Eine gewaltige Basswand untermalt das ganze dann auch noch sehr gut, mischt sich aber hier und da manchmal ein wenig zu stark in den Vordergrund, so dass in Verbindung mit den Vocals oftmals ein Teil des Sounds etwas unter geht. Besonders die Doublebase ist davon häufig betroffen, ist sie doch verhältnismäßig leise geraten. Hin und wieder gibt es neben den tiefen Gurgelattacken auch vereinzelte Screams sowie duale Vocal Parts, was die Vocals insgesamt ein wenig abwechslungsreicher ausfallen lässt. Leider verhält es sich mit dem Rest nicht so. Der Drumsound bleibt eigentlich steht's gleich, und auch in Sachen Riffing sollte man hier keine neuen Sahnestückchen erwarten. Mir kommt es so vor als wollte man alles erst einmal auf einem soliden Standard Level halten um zu sehen, ob es überhaupt Leute gibt, die an diesem Sound Gefallen finden würden. Das es diese gibt ist eigentlich angesichts der doch recht großen Fangemeinden von Deaden sowie Lividity deutlich ersichtlich. Wir fassen kurz einmal zusammen: Human Artifacts bieten uns auf ihrem ersten Album solide eingespielten, schleppenden sowie groovigen Brutal Death, dessen deutliches Manko die fehlende Abwechslung ist, da sich die Tracks im Wesentlichen nicht groß voneinander unterscheiden, sieht man einmal von den gelegentlich auftauchenden kurzen Samples und einem das Album eröffnenden Intro bei "Dismembered For Pleasure" ab. Positiv anzumerken ist der Gastauftritt von Mr. Putrid Pile Shaun Lacanne, der hier zwar nur kurz, aber dafür extrem deutlich zeigt, dass er seit seinem 2. Album "The Pleasure In Suffering" nicht das Geringste verlernt hat. Die beiden Live Tracks am Ende der CD kann man als nette Bonus Zugabe werten, denn wirklich groß vermissen würde man sie nicht, ist der Sound doch ein wenig verrauscht und daher nicht so richtig genießbar. Mit auf die CD gepackt worden sind sie dann wohl auch nur um die recht kurze Laufzeit von 24 Minuten auf 32 Minuten zu strecken. Was am Ende noch bleibt ist die äußere Erscheinung. Wie so oft ist auch hier mal wieder einer der momentan wohl gefragtesten Künstler für das Cover hinzugezogen worden. Leider schienen die Ideen die man hier hatte nicht sonderlich groß gewesen zu sein, ähnelt das finale Cover doch sehr deutlich dem der letzten Disgorge Scheibe, welches ebenfalls schon von John Zig verziert wurde (gehen dem Mann etwa langsam die Ideen aus?). Die restliche Gestaltung des Booklets als auch des Back -und Inlaycovers fällt wie so oft recht unspektakulär, ja man könnte sogar fast sagen typisch aus, wobei hier noch anzumerken ist das die Tracktitel auf dem Back Cover nicht grade sehr deutlich lesbar sind, da sie sehr klein abgedruckt wurden. Insgesamt gesehen ist Human Artifacts mit "The Principles Of Sickness" kein Überhammer gelungen, aber es ist auch nicht der Rohrkrepierer geworden, den man anfangs aufgrund fehlender Preview Tracks zu vermuten vermochte. Fans von Deaden können beruhigt zugreifen, denn sie werden auf jeden Fall gut unterhalten, während Fans von Lividity abgesehen von Matt Bishops gutturalen Vocals hier nur einen geringeren Wiedererkennungswert vorfinden werden.
 
 
Bewertung: 67 % | von ScYthe | Datum: 05.05.07 | Zeit: 17:50 schließen