Hate Eternal "Fury & Flames"
 
Tracklist:
01. Hell Envenom
02. Whom Gods May Destroy
03. Para Bellum
04. Bringer Of Storms
05. The Funerary March
06. Thus Salvation
07. Proclamation Of The Damned
08. Fury Within
09. Tombeau (Le Tombeau De La Fureur Et Des Flames)
10. Coronach

Release: 2008
Genre: Death Metal
URL: www.hateeternal.com
Label: www.metalblade.com


Ich bin heilfroh, dass es sie noch gibt, die Bands die im Laufe ihrer Karriere nicht mal im Traum daran denken, sich irgendwie anzupassen, um die Gunst eines größeren Hörerkreises zu erlangen. Mit genau so einem Fall haben wir es bei Hate Eternal zu tun. Hier scheißt jemand ganz gewaltig darauf, sich durch einen selbstauferlegten Kuschelkurs irgendwie beliebt zu machen, denn hier hat man im Gegensatz zur neuen Decrepit Birth kein bisschen an Brutalität und Geschwindigkeit eingebüßt. Eher sogar ist das genaue Gegenteil der Fall. Irgendwie hatte ich damals mit der Bekanntgabe des Ausstiegs von Schlagzeugwunder Derek Roddy ein sehr, sehr schlechtes Gefühl. Mein Ego hat versucht mir einzureden, dass es um diese Band geschehen ist und sie höchstwahrscheinlich in Zukunft nur noch Poprock spielen werden. Natürlich könnt ihr euch vorstellen wie erleichtert ich war, als sich dann "Fury & Flames" das erste Mal in meiner Anlage drehte. Hate Eternal sind verdammt wütend; dieses Album klingt aggressiver als alles Vorherige. Zudem ist die Truppe zu keiner Sekunde irgendwie langsamer geworden, im Ganzen hat man hier sogar noch etwas an Speed draufgelegt. Der neue Drummer Jade Simonetto ballert so extrem und präzise, dass ich wohl oder übel sagen muss "Wer war noch mal Derek Roddy?". Das Roddy Niveau wird hier tatsächlich gehalten, wenn nicht sogar leicht übertroffen. Auf dem Bandfoto im Booklet wirkt der kleine Jade vielleicht wie ein verlorener Milchbubi, aber musikalisch ballert er die Band auf ein neues Level. Er ist aber nicht das einzige neue Gesicht in der Band. Für den Bass hat der gute Erik Rutan, keinen geringeren als den Bassgott des Deathmetals Alex Webster engagiert. Nur logisch, dass bei einem solchen Spitzenbassisten der Basssound ziemlich im Vordergrund steht. Auch neu an der Gitarre ist nun Shaune Kelley, welcher noch aus Rutans Ripping Corpse Ära stammt. Nebenbei spielt er noch bei den Kampfkunst-Todestouch Deathern von Dim Mak. Allein Line-Up -technisch muss man doch einfach davon ausgehen, dass bei solchen Profis der technische Level noch mal deutlich angehoben wurde. Stimmt, mit diesem Album hat die Band ihre wohl technisch versierteste Leistung vollbracht. An einigen Stellen wirkt die Gitarrenarbeit beinahe schon wie die von einer Mathcore Band, aber im Ganzen klingt alles nach Hate Eternal. Natürlich wird alles im Hochgeschwindigkeitsbereich von schätzungsweise 250 BPM oder höher präsentiert. Deshalb bin ich froh, dass dem Hörer ein paar kurze Verschnaufpausen in Form von guten, melodisch-technischen Gitarrensoli gegönnt werden. Diese arten glücklicherweise nicht zu sehr aus, wie es bei manchen Genre Kollegen der Fall ist. Für mich die beste Sologitarrenarbeit seit "Conquering The Throne". Nur ob es sich auch allgemein um die beste Scheibe der Band handelt, ist fragwürdig. Durchaus haben wir es hier in jeglicher Hinsicht mit der extremsten Platte zu tun, aber "Conquering The Throne" bietet dem Hörer wohl die besseren Songs. Hier reicht es aber definitiv noch für eine sehr gute Bewertung, denn welche Band schafft es schon ihre Meilensteine ständig aufs Neue zu übertreffen? Jeder der die Band bisher mochte, wird hier auch weiterhin das bekommen, was er erwartet. All die anderen, die bisher ihre Probleme mit Hate Eternal hatten, werden sie weiterhin hassen, vielleicht nun sogar ein klein wenig mehr. Mir jedenfalls gefällt das Album richtig gut und gegen Ende gibt es sogar ein kleines, für Hate Eternal Verhältnisse unübliches mit klassischer Musik unterlegtes Outro. Die Spielzeit von über 39 Minuten und dann noch das geile Coverartwork von Paul Romano (Mastodon) sollten die Kaufentscheidung noch leichter machen.
 
 
Bewertung: 91 % | von Gore | Datum: 25.04.08 | Zeit: 16:40 schließen