| Flesh Consumed "Mutilate, Eviscerate, Decapitate" |
| Tracklist: 01. Schizophrenic Slaughter Frenzy 02. Disinterment 03. Cast Into The Pit 04. Human Abattor 05. Flesh Consumed 06. Lynched With Entrails 07. Sadistic Incineration 08. Locked In The Crosshairs 09. Harvesting Humans Release: 2008 Genre: Brutal Death Metal URL: www.fleshconsumed.com Label: www.sevared.com |
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| Alles sah nach einem normalen Arbeitseinsatz aus: Metzel-Cover, gängiger Albumtitel, schwer lesbares Bandlogo. Kein Grund zu erhöhtem Blutdruck im Vorfeld. Also CD in den Player; den Anfang macht ein grusliges Intro, gefolgt von menschlichen Schreien und unmenschlichem Geblubber. Fast ist man schon so weit Flesh Consumed mit dem 08/15-Stempel zu versehen, da beginnt die Musik. Und bereits mit den ersten Sekunden entfacht die Band eine erstaunliche Vitalität, Spielfreude und Aggressivität. Gekonnt werden auf den nächsten 30 Minuten genial groovende Slam-Parts mit unberechenbaren Gefrickel kombiniert, sodass es eine wahre Freude ist. Die Gitarren entfalten einen wahren Druck und noch dazu sind die Vocals sehr brutal und abwechslungsreich. Das mag vor allem an der großen Anzahl von Gastauftritten liegen (zum Bespiel Blue Jensen von Guttural Secrete), die, wenn man den Credits Glauben schenken mag, alle in einem Hotelzimmer aufgenommen wurden. Egal, bestimmte Sänger hört man sowieso nicht heraus, die Vocals sind Top und damit ist das auch gut so. Alle Songs sind stilistisch dem technischen Slam Death zuzuordnen, besitzen aber dennoch genug Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert. Das sorgt dafür, dass die Spannung innerhalb der Spielzeit hochgehalten wird und kein Einheitsbrei entsteht. Meisterlich werden groovige Slam-Riffs mit wahnwitziger Saitenhexerei zu einem Prachtstück abwechslungsreichem Todesstahl geschmiedet. Selten wurde ich so zum mitwippen animiert und lauschte so aufmerksam. Man ist regelrecht gespannt darauf was sich die Jungs aus den USA im folgenden Moment einfallen lassen. Geblastet wird relativ wenig und wenn, dann nur kurzzeitig. Und da wären wir beim einzigen Kritikpunkt der Scheibe. Flesh Consumed geben zwar einen echten Drummer an, jedoch waren sie in der Vergangenheit wenn überhaupt mit Session-Schlagzeugern am Start. Und auch auf dieser CD klingt das Schlagzeug sehr unecht. Das ist aber nicht weiter schlimm, da auf der einen Seite die Drums von den Gitarren relativ weggedrückt werden und es auf der anderen Seite nur an Blast-Stellen wirklich auffällt. Im Großen und Ganzen macht das Schlagzeug aber seinen Teil und ist in Anbetracht der Vocals und Groove-Riffs eh nur schmückendes Beiwerk. Der Titeltrack ist ein gutes Beispiel dafür wie die Band einen abstrakten Rhythmus mit gekonnter Geschwindigkeitsvariation zu einem wahren Groove-Monster zusammenbastelt. Sozusagen die "McGyvers" der Todesmetal Szene. Da ist es gut dass es die Jungs das nicht bis zu Besinnungslosigkeit übertreiben wie es zum Beispiel auf der letzten Guttural Secrete war, welche vor lauter Frickelei kaum wiedererkennbare Songs im Gepäck hatte. Sowieso kann ich Flesh Consumed bis heute keine Langeweile unterstellen. Flesh Consumed, oder sollte ich sagen "Cephalotripsy auf Ecstasy", bieten in der an Innovationen nicht gerade reich beschenkten Brutal Death Metal Landschaft eine maximales Aufgebot an Abwechslung. Ich ziehe meinen Hut und bin gespannt auf weitere Veröffentlichungen. Vielleicht dann auch mit einem festen Drummer im Line-up. Wenigstens muss man auf "Mutilate, Eviscerate, Decapitate" nicht auf einen echten Drummer verzichten. Dennoch wäre es eine Verbesserungsidee. Weiter hoffe ich, dass der Band niemals die Ideen für ihre groovigen Riffs ausgehen werden. Das Coverartwork ist sehr gut und sauber gemalt, nur das Artwork im Booklet wirkt etwas lächerlich (oder habt ihr schon mal ein Muskelskelett gesehen?). Als Anspieltipp würde ich euch gerne "Disinterment" mit auf den Weg geben, denn in diesen Song hab ich mich hoffnungslos verhört. Mission "verstümmeln, ausweiden, enthaupten" eindeutig erfüllt! |
| Bewertung: 96 % | von Grimo | Datum: 07.03.08 | Zeit: 17:05 | schließen |