Defeated Sanity "Psalms Of The Moribund"
 
Tracklist:
01. Stoned Then Defiled
02. Fatal Self Inflicted Disfigurement
03. Prelude To The Tragedy
04. Hideously Disembodied
05. Butchered Identity
06. Psalms Of The Moribund
07. Engorged With Humiliation
08. Arousal Through Punishment
09. Artifacts Of Desolation

Release: 2007
Genre: Brutal Death Metal
URL: www.defeated-sanity.com
Label: www.grindethic.co.uk


So das ist es also, dass Album "everyone is talking about", laut Aussage des gleich gebliebenem Labels Grindethic Records. Wie schon im Jahre 2004 erscheint also auch 2007 das neueste Werk der aus der Nähe von Berlin stammenden Band Defeated Sanity unter gleicher Flagge. Doch im Vergleich zu "Prelude To The Tragedy" hat sich einiges getan. War das erste Werk noch pur auf den technischen Death Metal Bereich zugeschnitten erlebt man hier auf "Psalms Of The Moribund" eine erstaunliche Veränderung, denn im Vergleich legte man hier eher weniger auf die technischen Aspekte als auf eine gute und deftige Portion Slam Death Wert. Ich kann an dieser Stelle die Sickos beruhigen die Defeated Sanity wegen ihrer technischen Fähigkeiten mochten; diese bestehen auch anno 2007 weiter und lassen keine Wünsche offen. Verspielte und teilweise chaotisch klingende Riffs sind auch hier wieder anzutreffen und wurden gut mit dem neu dazu gekommenen Anteil an Slam Riffs vermischt, so dass man von einer durchaus gelungenen Balance sprechen kann. Eigentlich sollte dieses Teil ja schon zu Weihnachten 2006 erhältlich sein; dieser Termin konnte aber aufgrund von einigen kleineren Problemen sowie der zwischendurch laufenden Suche nach einem Ersatzbassisten nicht eingehalten werden. In Jacob Schmidt von Cerebic Turmoil (sehr talentierte Newcomer Band aus Berlin, d. V.) fand man diesen dann auch wenig später und machte sich dann ans Werk das Album fertig zu stellen. Wie erwartet kam dann auch das Hammeralbum zustande, auf das man so sehr gehofft hat, jedoch mit einigen kleinen Überraschungen. Zum ersten wären da wie schon erwähnt die neu hinzugekommenen Slam Death Riffs. Diese lassen Defeated Sanity's neuestes Werk zwar ein wenig langsamer erscheinen, dafür aber um so grooviger als den Vorgänger von 2004. Zwischendurch gibt es dann auch die ein oder andere Stelle an der man dann doch mal das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt, oftmals begleitet von den so sehr geliebten technischen Riffs für die die Band bekannt ist und durch welche sie sich in der Szene zu einer der wohl mit Abstand besten Brutal Death Fraktionen aus Deutschland entwickelt hat. Der Sound bleibt dabei die ganze Zeit recht wuchtig, so dass man deutlich die Gitarren als auch den Bass bis ins Mark spüren kann. Teilweise wird es an einigen Stellen dann allerdings etwas zu wuchtig so dass ein kurzes Brummen zu vernehmen ist, welches insgesamt gesehen aber kaum stört und auch nur 1 oder 2 Mal in Erscheinung tritt. Ansonsten bleibt alles sehr gut verständlich und weder ein unangenehmes Rauschen noch sonstige andere ungebetene Effekte begleiten die insgesamt 9 Tracks auf diesem Album. Dafür begleitet ein deutlich gutturales Stimmchen das Geschehen auf "Psalms Oft he Moribund". Waren es auf der "Prelude To The Tragedy" noch recht normal gehaltene Growls, so wird man hier mit einer Art Disgorge (us) meets Liturgy Vocalkombination von Jens Staschel konfrontiert, der den aus der Band ausgestiegenen Markus Keller ablöst und einen wirklich mörderisch guten Job macht. Neben den ebenfalls aus Deutschland stammenden Despondency habe ich selten solch brutale Vocals von einer deutschen Band vernehmen können. Das ist absolut referenzverdächtig was hier abgeliefert wird! Auch an den Drums muss sich diese Band nicht verstecken. Lille Gruber (Sinners Bleed) leistet sehr solide und saubere Arbeit hinter der Schießbude ab, und steht sogar noch Pate für fast alle Tracks auf dieser CD. Abgerundet wird das alles von einem schicken Layout von Tom Grindethic und einem Cover, welches von einem gewissen Ray entworfen und von Tom koloriert worden ist und eine sogartiges Gebilde mit vielen menschlichen Überresten zeigt. Hat in gewisser Weise irgendwie etwas von einem Tornado, genau wie die Musik auf diesem Album. Doch das ist dann bei weitem noch nicht alles was man auf "Psalms Of The Moribund" vorfinden wird. Die Band hat es sich nicht nehmen lassen und noch einen gute aufgemachten Multimedia Part auf die CD gepackt, welcher mit 2 Desktop Hintergrundbildern in jeweils 4 verschiedenen Größen, einem Mp3 Track zu "Prelude To The Tragedy" sowie zwei Live Videos vom Drachten Deathfest aufwarten kann, welche dann auch noch im MPG sowie WMV Format vorzufinden sind. Untermalt wird dieser Multimedia Part von einem Sample eines Tracks der "Psalms Of The Moribund" CD, welcher sich jedoch nach einmaligem komplettem Durchlauf nicht wiederholt. Klingt bis hierher also eigentlich alles nur wunderbar. Doch wie es eigentlich immer so der Fall ist, muss man auch bei der neuen Defeated Sanity ein paar Abstriche verbuchen. Da wäre zum einen die nicht grade gewaltige Laufzeit von 29 Minuten anzumerken, und zum anderen eine gewisse Eintönigkeit in den Vocals, wie man sie schon bei Bands wie Cephalotripsy oder Condemned erleben durfte. Jedoch war es bei den eben genannten Bands wesentlich extremer als es hier jemals der Fall sein könnte. Wer über diese zwei kleinen nicht wirklich ins Gewicht fallenden Punkte hinwegsehen kann (und mal ehrlich wer kann das heutzutage nicht) und sich an einem ab und an mal auftauchendem leichten Brummen nicht stören lässt, den erwartet mit "Psalms Of The Moribund" eines der besten Alben aus dem deutschsprachigem Sektor sowie aus dem aktuell laufendem Jahr 2007, welches zu allem Überfluss auch noch von Robe K. von Disavowed gemastered wurde, und sollte definitiv auf euer Einkaufsliste ganz oben stehen.
 
 
Bewertung: 92 % | von ScYthe | Datum: 07.04.07 | Zeit: 00:00 schließen