Decrepit Birth "Diminishing Between Worlds"
 
Tracklist:
01. The Living Doorway
02. Reflection Of Emotions
03. Diminishing Between Worlds
04. Dimensions Intertwine
05. The Enigmatic Form
06. A Gathering Of Imaginations
07. Through Alchemy Bound Eternal
08. ...And Time Begins
09. Await The Unending
10. Essence Of Creation
11. The Morpheus Oracle (Outro)

Release: 2008
Genre: Brutal Death Metal
URL: www.decrepitbirth.com
Label: www.uniqueleader.com


Oh man, nun hat es auch noch Decrepit Birth erwischt. Die Rede ist vom melodischen Prog-Death-Einfluss, der wohl derzeit in der kalifornischen Death Metal Szene total angesagt ist. Nach Odious Mortem ziehen Decrepit Birth (und bald wohl auch noch Severed Savior) geschickt mit. Ist wohl auch kein Wunder, denn in der Band hat sich mittlerweile halb Odious Mortem eingenistet, obwohl "Diminishing Between Worlds" noch in einer recht übersichtlichen Trio Formation entstanden ist. Suffocation Bassist Derek Boyer ist leider nicht mehr dabei und auch der Spitzen Drummer Tim Yeung wurde hier ausgetauscht. Macht aber qualitativ keinen großen Unterschied, da die Bassarbeit mal eben nebenbei vom Gitarristen Matt Sotelo sehr gut übernommen wurde. Bei den Drums hat sich KC Howard (Odious Mortem, Ex-Element) einen Namen gemacht. Im Grunde gibt es hier keinen Grund zu meckern, denn KC hat die Klasse um mit Tim in einer Liga zu spielen. Wer sich noch an die rosigen ".And Time Begins" Zeiten erinnert, wird hier verdammt schnell feststellen, dass Decrepit Birth Anno 2008 anders klingen. Aus der damaligen wütenden Blastbeatraserei ist ein progressives und melodisches Death Metal Werk entstanden, welches sich eher am Pfad von Bands wie Cynic, Atheist und Death orientiert. Hier wird aber immer noch an einigen Stellen geblastet und geschlachtet, aber der Großteil der Musik ist sehr in den Melodiensumpf versunken. Wo hingegen das Melodie/Brutalität Verhältnis auf Odious Mortem's geiler "Cryptic Implosion" Scheibe sehr ausgeglichen war, wird die Mischung für mich hier zu einseitig. Ein ähnliches Problem hatte ich wie damals auch bei Vital Remains Album "Icons Of Evil". Der Ego-Sologitarrenanteil ist einfach viel zu übertrieben. Das Decrepit Birth technisch einiges auf dem Kasten haben, sollte jedem schon seit dem Debütalbum klar geworden sein, nur warum müssen sie es auf diese Art und Weise noch einmal beweisen? Dieses ganze Gitarrengepimmel so extrem breit zu treten geht mir gehörig auf die Nerven. Bei Atheist, Cynic oder Death hatten wir damals die wohl großartigsten Soli und Melodien im Death Metal Bereich zu hören bekommen, aber hier klingt es zu uninspiriert, belanglos, überzogen und aufgesetzt. Damals auf ".And Time Begins", war noch dieser Geile "Aha" Effekt vorhanden und ich wurde regelrecht von der Brutalität, der Geschwindigkeit und der Riffvielfalt durch die Gegend gewirbelt. Auf dem neusten Streich schlafen mir eher die Füße ein. Zusätzlich war die Band so unglaublich kreativ und hat noch einen ihrer älteren Songs vom Debütalbum neu verwurstet. Die Unterschiede zum restlichen Songmaterial sind hier mehr als deutlich. Mir gefällt auch weiterhin das Original besser, da es wesentlich rauer rüberkommt. Meiner Meinung nach wurde hier einiges falsch gemacht und meine hohen Erwartungen nach dem grandiosen Debüt wurden hier nicht erfüllt. Einzig allein die längere Spielzeit verdeutlicht eine kleine positive Entwicklung. Wer eine gute progressive und zusätzlich brutale Scheibe sucht, sollte definitiv eher zum aktuellen Odious Mortem oder Element Album greifen. Das geilste hier ist jedoch das pseudoepisch wirkende Outro, welches mit kitschig-schäbigen Keyboards daherkommt auf die selbst die Gothrockband Him wohl eher verzichtet hätte. Schade eigentlich, ich hätte wirklich mehr erwartet. " Diminishing Between Words" ist nicht gänzlich scheiße, aber trotzdem eine herbe Enttäuschung. Anmerken möchte ich hier aber noch das geile Artwork, welches wieder einmal vom Meister Dan Seagrave erstellt wurde. Das allein ist aber immer noch kein Kaufgrund, also überlegt es euch gut, ob ihr euer Geld nicht doch lieber für richtig guten Prog-Death ausgeben wollt.
 
 
Bewertung: 69 % | von Gore | Datum: 14.05.08 | Zeit: 00:45 schließen