Dead "Whorehouse Of The Freaks"
 
Tracklist:
01. Rectal Punishment 2
02. Plastic Whore Romance
03. I The Bitchfinder
04. Whorehouse Of The Freaks
05. Sticklip P. I.
06. Lick The Carpet
07. Gimme Some Of This (Warrior Soul Cover)
08. Pizza Face Fucker
09. Polesmoker
10. Facesitter

Release: 2006
Genre: Death/Grind
URL: www.dead-slaves.com
Label: www.obliteration.jp


Die deutsche Death/Grind Band Dead dürfte in der Szene eigentlich so ziemlich jedem ein Begriff sein. Mit ihren beiden Alben "You'll Never Know Pleasure-Until You've Tasted Pain" und "V.I.P." hatte man im Bereich der Death/Grind Szene gut für Wirbel gesorgt und sich einen gewissen Status erarbeitet. Um so erstaunlicher ist da die Tatsache, dass man sich ganze 8 Jahre Zeit lies um Album Nr. 3 zu veröffentlichen. Dieses wurde "Whorehouse Of The Freaks" getauft, kommt mit 10 perversen Tracks und einem dazu passenden Artwork daher und hat eine Gesamtlaufzeit von guten 34 Minuten. Thematisch hatte man sich ja schon immer mit den Bereichen Porn, Sex, Rape usw. in den Lyrics beschäftigt und das hat sich auch auf dem jüngsten Output nicht im geringsten geändert, was sich an Tracktiteln wie "I, The Bitchfinder" oder "Facesitter" deutlich fest machen lässt. Nachdem der rockige Track "Rectal Punishment 2" einen erstmal einstimmt hat geht's auch sofort los mit dem Geballer. Naja ok Geballer in dem Sinne kann man es nicht nennen, denn dafür fehlt noch ein gutes Stück in Sachen Tempo. Es geht eher schnell groovig zur Sache. Die Vocals erinnern ein wenig an alte Oldschool Death Metal Sachen wie zum Beispiel die legendäre Truppe um Chuck Schuldiner. Dany, Uwe und Ali keifen und growlen zwar was die Stimmbänder hergeben, alles bleibt dabei aber immer versehen mit diesem gewissen Oldschool Touch und driftet nicht in den Bereich von Brutal Death oder Ähnlichem ab. Ich will dagegen im Allgemeinen auch nichts Negatives sagen, denn auch Oldschool Death Metal hat seine durchaus interessanten und genialen Momente, jedoch kam in mir nach mehrmaligem Hören hier einfach das Verlangen nach mehr auf. Doch nicht nur bei den Vocals war ich irgendwo nach einiger Zeit gelangweilt. Auch die Tracks an sich konnten mich irgendwie nicht wirklich davon überzeugen, großes Hitpotential zu haben. Hier ein paar nette groovige Stellen, da ein recht gut klingendes Riff, aber zu mehr kam es dann irgendwie nicht. Ich halte es für durchaus möglich, dass die Tracks besser gezündet hätten, wenn man in Sachen Drumsound ein wenig mutiger und auch aggressiver agiert hätte. Irgendwie plätschert der Drumsound auf "Whorehouse Of The Freaks" ziemlich vor sich hin und beginnt sogar manchmal etwas zu stören wenn über längere Passagen der gleiche Takt gehalten wird. Klingt irgendwie einfach nur langweilig. Was man jedoch auf der Gegenseite hervorheben muss sind die durchaus guten Arbeiten an Gitarre und Bass, welche beide gut herauszuhören sind und für die nötige Wucht innerhalb der Songs sorgen. Auch auf Seiten der Produktion hat man eigentlich nicht wirklich etwas falsch gemacht. Garniert wird das Hurenhaus der Freaks noch mit einigen netten Samples der Marke "First I fuck you; then I kill you". Hätte man durchaus weg lassen können, aber ich denke mal da die Ideen insgesamt etwas knapp bemessen waren hat man diese Samples zwecks längerer Gesamtlaufzeit wohl mit drauf gepackt. Ansonsten wären es wohl deutlich weniger als 30 Minuten geworden die im "Whorehouse Of The Freaks" Platz gefunden hätten. Ich kann zwar jetzt keinen großen Vergleich zu früheren Werken machen, jedoch denke ich, dass Fans der Band bestimmt gut unterhalten sein dürften. Für Leute wie mich allerdings, die in der Regel auf brachiales brutales Gebretter vom Feinsten stehen und Wert legen, bietet dieses Hurenhaus leider zu wenig Auswahl und kann daher nur als durchschnittlich eingestuft werden. Mit einem etwas besserem Drumsound und ein wenig mehr Aggressivität sowie einem höherem Tempo könnte es beim nächsten Mal allerdings schon ganz anders aussehen.
 
 
Bewertung: 55 % | von ScYthe | Datum: Datum: 27.04.07 | Zeit: 20:45 schließen