Coming Fall "Kill The Lights"
 
Tracklist:
01. Under The Black Wings
02. Infallibility Lost
03. Seven Sealed Gates
04. The Plague Of This World
05. Final Sacrifice
06. Dark Enlightenment
07. Instrumentally Fallen
08. From The Summit Of The Pyramid
09. Coming Fall

Release: 2008
Genre: Death Metal
URL: www.myspace.com/comingfall666
Label: www.vamamarga.com


Oh hier läuten schon wieder die Kirchenglocken, ist es denn schon wieder Sonntag? Eher unwahrscheinlich, oder habe ich diese CD vielleicht mit der überbrutalen "Dawn Of Ash" Scheibe von Liturgy verwechselt? Ebenfalls negativ, also hat wohl nicht nur eine Band eine Vorliebe für Kirchenglocken. Auch wenn beide Bands ein ähnliches Intro verwenden, handelt es sich bei Coming Fall stilistisch um ein ganz anderes Fabrikat. Wer mit dem Bandnamen bis jetzt noch nichts anfangen konnte, hat schon mal was mit mir gemeinsam, denn die fünf Sachsen haben es leider noch nicht geschafft sonderlich groß auf sich aufmerksam zu machen. Einzig und allein dadurch, dass hier jemand aus der Band auch bei den mir bekannteren Black/Thrashern Charon gespielt hat, wirkt das Ganze hier auf mich nicht mehr ganz so mysteriös und unbekannt. Vom Stil würde ich sagen, dass die Truppe sich in Oldschool Death Metal Gefilden bewegt, das Ganze wird jedoch mit einigen Black Metal Parts aufgelockert. An manchen Stellen kommt sogar ein leichter Nile Einfluss zur Geltung, was sich durch die teils orientalisch wirkenden Melodien ergibt. Jedoch ist man hier nicht in der Lage, die Geschwindigkeit und das technische Niveau der amerikanischen Ägyptologen zu halten. Nur wie viele Bands schaffen das wirklich? Außerdem denke ich, ist das dies auch nicht das Anliegen dieser Truppe ist. Trotzdem wird das Gaspedal ordentlich gut durchgedrückt, so dass man sich hier an vielen Stellen durch die Songs knüppelt. Jedoch ist genug Zeit für Variationen, welche auch teilweise in Form von schleppenden ja fast, schon Doom-artigen Abschnitten erscheinen. Besonders lässt sich der sogenannte Doom Einfluss bei dem Song "Final Sacrifice" heraushören. Was mir sofort aufgefallen ist, ist der gute Sound auf "Kill The Lights" Die Band hat ihr Werk extra im Studio Fredman aufgenommen, wo schon Metalgrößen wie z. B. Opeth oder Dimmu Borgir ihre Songs aufgenommen haben. Richtig schön detailliert und druckvoll wird uns der Sound präsentiert und lässt sogar viele Soundproduktionen von manch bekannteren Bands alt aussehen. Das beste Beispiel wäre da für mich die "Heretic" Scheibe von Morbid Angel mit ihrem Dreckssound. Spielerisch gesehen, agiert die Band schon auf einem recht beachtlichen Niveau. "Kill The Lights" wird definitiv keine Frickel-Technik-Death Metal Fans vom Hocker hauen, aber trotzdem präsentiert man sich hier als eine technisch verdammt gut ausgereifte, präzise Truppe die perfekt aufeinander eingespielt ist. Der Melodienanteil auf diesem Album ist auch nicht von schlechten Eltern. Coming Fall machen wirklich eine gute Figur, wenn sie ihre einprägsamen Melodien von der Leine lassen, die immer wieder während der gesamten Spielzeit zum Vorschein kommen. Ich denke aber die Band jetzt dadurch in irgendeine Melodic Death Schublade zu stecken, wäre kein kluger Zug. Meines Erachtens lässt sich der Sound sehr passend mit den Finnen Scent Of Flesh vergleichen. Also brutal und heftig geht die Band allemal zu Werke und klingt in ihren brutalen Momenten wie eine durchgedrehte Mischung aus Incantation, Scent Of Flesh, alten Vital Remains sowie Nile kombiniert mit Prügel-Black Metal. Hinsichtlich des Black Metal Einflusses kann man der Band auch keinen Vorwurf machen, denn hier wurde sich hauptsächlich nur in Sachen dunkler Atmosphäre und dem stellenweise vorhandenen Kreischgesang bedient. Auf "Kill The Lights" hat man sich sogar die Mühe gemacht und einen schönen Instrumentalsong drauf gepackt. Beim Instrumental und beim darauf folgenden Song "From The Summit Of The Pyramid" wird der Nile Einfluss noch einmal deutlich, ohne aber ihren eigenen Stil zu verlieren. Ob es sich lyrisch auch um das alte Ägypten dreht kann ich leider nur vermuten, denn bei meiner CD befanden sich leider keine Songtexte im Booklet. Ich muss wirklich sagen ich bin mehr als angenehm überrascht von der hohen Qualität dieser Scheibe. Hier können wirklich manch andere Death Metal Truppen, die schon einen gewissen Kultstatus in der Szene besitzen noch viel von lernen. Das Ganze kommt noch in einem schicken Digipack daher und mit einer Laufzeit von fast 55 Minuten kann man wirklich nicht viel falsch machen. Wenn ihr auf vielseitigen Death Metal mit Black- und Melodic Einflüssen steht, der aber trotzdem brutal nach vorne geht, dann solltet ihr unbedingt zugreifen.
 
 
Bewertung: 80 % | von Gore | Datum: 18.06.09 | Zeit: 01:05 schließen