| Brain Drill "Apocalyptic Feasting" |
| Tracklist: 01. Gorification 02. The Parasites 03. Apocalyptic Feasting 04. Swine Slaughter 05. Forcefed Human Shit 06. Consumed By The Dead 07. Revelation 08. Bury The Living 09. The Depths Of Darkness 10. Sadistic Abductive Release: 2008 Genre: Technical Death Metal URL: www.myspace.com/braindrill Label: www.metalblade.de |
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| Die Kalifornier Brain Drill, hatten vor einiger Zeit schon einmal die Ehre, in unserer Internetzeitschrift mit ihrer "The Parasites" EP zu erscheinen. Auch damals schon, konnte die Band durch ihre extrem schnelle und technische Spielweise sehr gut auf sich aufmerksam machen. Anscheinend lief es so gut, dass ein Label wie Metal Blade die Truppe gleich mal unter Vertrag genommen hat, um ihr aktuelles Album "Apocalyptic Feasting" herauszubringen. Die Bandkenner, werden sofort feststellen, dass weder Brain Drill noch Metal Blade Records sich um ein Album bemüht haben, dass in irgendeiner Art massenkompatibel klingt. Hier und jetzt wirkt das neue Material noch eine ganze Ecke extremer auf mich. Ausnahmsweise bedeutet extremer hier nicht gleich besser. Denn das, was die Musiker hier abliefern, wird zwar in vielen Musikerkreisen für offene Münder sorgen, aber das bedeutet noch lange nicht, dass die Musik deshalb gut ist. Besonders der total übertriebene Arpeggio/Tapping-Anteil wirkt einfach nur noch chaotisch und lässt bei mir keinen Hörgenuss zu. Ja ich gebe zu, dass hier vorhandene Songmaterial ist verdammt schwer zu spielen und wird wohl ebenfalls dafür sorgen, dass keine Band auf der Welt mal eben auf die Idee kommt einen Brain Drill Song zu covern. Aber was nützt das ganze Können, wenn man nicht in der Lage ist das Wesentliche richtig zu machen? Mit dem Wesentlichen meine ich die Fähigkeit, interessante Musik zu schreiben, die nicht nur schnell und technisch ist. Das sich irgendwelche Lieder, Abschnitte oder meinetwegen Riffs in meinem Kopf festsetzen konnten, kann ich nicht behaupten. So etwas gestaltet sich auch als sehr schwer, wenn der Gitarrist permanent im Wahnsinnstempo shredded. Dementsprechend agiert auch Drummer Marco Pitruzella, der ja bekanntlich fast in jeder schnellen Death Metal Truppe dabei war. Auch hier muss man wirklich zugeben, dass seine Blastbeats und Gravityblasts wirklich verdammt präzise, sauber und super schnell präsentiert werden. Das ganze Schlagzeugspiel klingt aber so getriggert und hört sich so künstlich an, dass man meinen könnte, hier wurde alles mit einem Elektro-Schlagzeug eingespielt. Über den Gesang braucht man nicht viel zu sagen, da dieser hauptsächlich aus gebrüllten Growls und nervigen Kreischeinlagen besteht. Genau dieser Punkt war damals schon auf ihrer EP ein großer Kritikpunkt für mich. Sehr tiefe gutturale Gurgelvocals sucht man hier vergebens. Womit ich persönlich gut leben kann, wenn man einen Sänger engagiert, der eigenständiger klingt. Für mich macht hier jedoch der Bassist die beste Figur. Hier wird in bester Alex Webster (Cannibal Corpse, Hate Eternal, Blotted Science) Manier gearbeitet. Während der gesamten Laufzeit lässt sich der Bass sogar relativ gut heraushören und überzeugt sogar im Solospiel. Das Bassgitarrenspiel ist dann wohl auch einer der selten positiven Aspekte dieser Scheibe. Zurück zum Negativen. Folgende Tatsache auf "Apocalyptic Feasting" stellt für mich die größte Frechheit dar: sämtliche Songs ihrer 2006 erschienen EP "The Parasites" wurden neu aufgenommen und hier drauf gepackt. Bei einer Spielzeit von knapp 35 Minuten könnt ihr euch vorstellen, wie viele neue Songs hier eingespielt wurden. Wenn mal eine Band wie z. B. Severed Savior oder Deeds Of Flesh einen älteren Song mit auf ein Album packt, ist das noch ganz in Ordnung, aber gleich eine EP hier neu zu verwursten ist wirklich dreist. Zumal es sich hier um ein eigenständiges Full Length Album handelt und um keine Best Of Compilation. Für mich stellt diese Scheibe einen totalen Reinfall dar; obwohl die Band technisch sehr fit zu sein scheint, ist es wirklich schade, dass man sich so im Riffchaos verliert. Auch die Produktion, die wie sollte es bei solch einem Stil anders sein, zu künstlich und steril klingt. Ich hoffe, dass sich diese generelle musikalische Fehlentwicklung bald mal wieder besinnt und von dem Höhenflug bzw. Technik-/Geschwindigkeitswettbewerb herunterkommt. Ansonsten sehe ich für die Szene, keine gute Zukunft mehr. Auch wenn ich sehr gerne technischen Death Metal höre, möchte ich dennoch so etwas wie Songwriting entdecken können, was ich bei dieser Scheibe nicht wirklich erkennen konnte. Vielleicht kann man mit dieser Brain Drill Scheibe den ein oder anderen Freund von Bands wie Beneath The Massacre glücklich machen, aber mich hat es hier in keiner Art und Weise überzeugt. Das Coverartwork von Par Olofsson ist wahrscheinlich noch das Beste am ganzen Album, jedoch wird der gute Par mittlerweile für so viele Artworks missbraucht, dass sich bei mir da auch schon ein gewisser Ermüdungseffekt eingeschlichen hat. Mehr gibt es nicht groß zu sagen. Entscheidet selbst, ob ihr für so ein mieses Werk wirklich euer Geld ausgeben wollt. |
| Bewertung: 40 % | von Gore | Datum: 08.07.09 | Zeit: 23:30 | schließen |