Aeon "Rise To Dominate"
 
Tracklist:
01. Helel Ben-Shachar
02. Spreading Their Disease
03. Living Sin
04. Hate Them
05. You Pray To Nothing
06. Caressed By The Holy Man
07. House Of Greed
08. Godless
09. When The War Comes
10. There Will Be No Heaven For Me
11. Luke 4-5-7
12. No One Escapes Us

Release: 2007
Genre: Death Metal
URL: www.aeon666.com
Label: www.metalblade.de


Die Schweden Aeon haben in letzter Zeit wirklich grandiose Schritte auf der Musikkarriereleiter absolviert. Nicht nur das ihre Vorgängerscheibe "Bleeding The False" über das wohl bekannteste amerikanische Brutalo Death Metal Label Unique Leader Records veröffentlicht wurde; dieses Album war sogar in der Lage die Presse weltweit zu überzeugen. Aber dass eine Band wie Aeon es wirklich schafft, bei einer riesigen Plattenfirma wie Metal Blade Rec. zu landen, hätten wohl die Wenigsten erahnt. Nur Aeon waren für mich persönlich zwar immer eine ziemlich solide, qualitative Death Metal Truppe, welche mich überzeugen konnte, jedoch habe ich nie so wirklich nachvollziehen können, warum die Band teilweise übertrieben angehimmelt wurde. Aeon ist definitiv eine gute Band, nur zu meinen Lieblingen wird die Truppe wohl weiterhin nicht gehören. Mittlerweile sind nun auch schon wieder zwei Jahre vergangen, als uns "Bleeding The False" um die Ohren gehauen wurde. Ihre neue Scheibe hört auf den Namen "Rise To Dominate" und besticht direkt mit einem Cover Artwork, welches einen wesentlich stärker diabolisch angehauchten Eindruck erzeugt (Ist bei einem Pentagramm und einer Dämonenfratze wohl auch nicht weiter verwunderlich). Beim ersten Hördurchlauf bemerkt der Hörer auch relativ schnell, dass sich hier Einiges verbessert hat. Zum Einen ist die Soundproduktion wesentlich kräftiger und druckvoller ausgefallen, ohne jedoch matschig und rau zu wirken. Der Sound ist wirklich super gelungen, alles hört sich zwar detailliert an, jedoch ohne einen sterilen Charakter zu entfalten. Auch im technischen Bereich kann man bei Aeon eine deutliche Steigerung vernehmen. Auf "Rise To Dominate" wurde neben der Produktion und dem technischen Level, welche beide verbessert wurden, auch einiges in Punkto Songgestaltung verändert. Um eines vorweg zu nehmen, diese Scheibe klingt definitiv noch 100% nach Aeon, nur hat die Band hier im Wesentlichen mehr Wert auf Abwechslung gelegt, was sich vor allem dadurch bemerkbar macht, dass der Blastbeatanteil deutlich variiert wurde und mehr Raum für Mid-Tempostellen vorhanden ist. Aber der Großsteil ihrer Musik besteht immer noch aus schnellen präzisen Blastbeat Passagen, welche vom Sanctification/Dark Funeral Drummer Nils Fjellström eingespielt wurden. Der Mann hinter der Schießbude verrichtet einen so guten Job, dass mir förmlich die Spucke wegbleibt. Die Restlichen Mitglieder müssen sich aber keineswegs hinter dem Drummer verstecken, denn auch hier stimmt technisch gesehen alles. Besonders wenn man die vielen geilen Soli-, Tapping- und Apregioeinlagen der Gitarrenfraktion beachtet, welche sehr deutlich bei dem Song "Living Sin" sehr gut zur Geltung kommen. Es werden alle Stärken des neuen Albums in diesem Song vereint; somit gehört dieser zu den Besten des Albums. Durch den häufigen Einsatz der Sologitarren bekommt dieses Album sogar einen leicht melodisch angehauchten Charakter, was sich wirklich gut anhört. Es sollte aber klar sein, dass hier größtenteils der Knüppel herrscht und nur durch den Einsatz der Soli etwas Melodie hervorsticht. Einzige Ausnahme bildet der letzte Song "No One Escapes Us" welcher für mich persönlich die größte Überraschung des Albums darstellt. Ein schleppender Marschrhythmus, welcher mit düster-melodischen Keyboards und sägenden Gitarrenriffs unterlegt wurde. Der Song schafft es wirklich bei mir so etwas wie eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Es wirkt zwar verglichen mit dem restlichen Material etwas unplatziert, jedoch wissen wir alle dass Aeon seit ihrer Vorgängerscheibe und der Country Version von "God Gives Head In Heaven" immer für eine Überraschung gut sind. Im Ganzen gefällt mir "Rise To Dominate" etwas besser als der Vorgänger, was vor allem auf die besseren Produktion und dem deutlich variablerem Songwritting zurückzuführen ist. Aber auch hier gibt es einige Songs, die mich nicht wirklich überzeugen konnten. Bestes Beispiel wäre das langweilige und schleppende Lied "You Pray For Nothing", welches nur durch ein gutes Solo aufgelockert wird. Was mir ebenfalls weniger gut gefallen hat, sind die blöden Texte, welche teilweise wirklich lächerlich wirken. In bester Deicide Manier geht es hier textlich gegen alles Christliche, wobei es besonders bei dem Song "House Of Greed" wirklich albern wirkt. Gut, ich meine die meisten Death Metal Bands haben nie wirklich gute Texte geschrieben (Versteht man bei dem Gegrunze ja eh nie), aber das Ganze wirkt hier doch ein wenig zu sehr nach Kinderrebellion. Wo ich gerade Deicide angesprochen habe, Sänger Tommy klingt teilweise verdammt nach Glen Benton, was mir persönlich sehr gut gefällt. Ansonsten arbeitet man hier aber ein wenig technischer als die Göttermörder. Aeon's neuster Streich ist wirklich gut geworden und verdeutlicht die Vielseitigkeit der Band. Ich bin der Meinung, dass "Rise To Dominate" die wohl beste Scheibe der Band darstellt. Jeder der etwas für schnellen, technisch angehauchten, brutalen Death Metal übrig hat, kann hier bedenkenlos zugreifen, denn hier gibt es 45 Minuten Death Metal pur.
 
 
Bewertung: 84 % | von Gore | Datum: 04.11.07 | Zeit: 21:50 schließen